Wie verhalte ich mich auf einer Beerdigung?

Viele Menschen kommen statistisch nicht vor dem 35. Lebensjahr mit einer Beisetzung in Berührung. Dementsprechend wenig weiß man so im Umgang mit Riten, Vorschriften und Gebräuchen auf einer Bestattung. Im Folgenden listen wir die wesentlichen Punkte zum Verhalten auf einer Beerdigung für Sie auf.

Am Grab

Bestattungen laufen bei uns häufig nach einem tradierten Muster ab. Grundlage der Trauerfeiern und Bestattungen sind die kirchlichen bzw. religiösen Gebräuche. Unterschiede ergeben sich so aus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession oder Religion, regionalen Bräuchen oder auch der Wahl der Bestattungsform. Damit man in diesen für alle schweren Stunden niemanden beleidigt, sollten auch hier bestimmte Regeln im Umgang eingehalten werden.

Die übliche Beerdigung besteht aus einer sogenannten Trauerandacht oder einem Trauergottesdienst in einer Kapelle und der anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof. Diese Form gilt so für eine Sarg- als auch Urnenbestattung. Wurde der Sarg oder die Urne in das Grab hinabgelassen, gehen alle Trauergäste am offenen Grab vorbei und werfen Blumen, Blütenblätter (Zeichen der Zuneigung und Würdigung) oder bis zu drei Schaufeln Erde (symbolisches Schließen des Grabes) auf bzw. neben den Sarg oder die Urne. Anschließend gehen die Gäste an den Hinterbliebenen vorbei (wenn diese es nicht im Vorfeld ablehnen) und drücken ihre Teilnahme (Kondolenz) aus. Dies kann stumm oder auch mit einigen kurzen Worten geschehen.

Todesanzeige und Kondolenzbrief

An einer Beerdigung kann jeder teilnehmen, der die Todesanzeige (Zeitung oder Brief) gelesen hat, woraus Ort und Zeit der Bestattung vermerkt sind. Wenn man eine persönliche Traueranzeige erhalten hat, ist es angemessen, den Angehörigen einen Kondolenzbrief zu schreiben. Dies kann auch in Form einer gedruckten Karte mit persönlichen Worten geschehen. Zumindest sollte man jedoch persönlich unterschreiben und auch nicht unbedingt Emails versenden. Wenn dies jedoch der normale Kommunikationsweg zwischen Ihnen den Angehörigen ist, so ist das natürlich legitim. Inhaltlich ist es wichtig, auf Banalitäten zu verzichten. Es geht darum, den Angehörigen Trost zu spenden und mit ihnen zu fühlen.

Blumen und Geldspenden

Normalerweise bringt man als Trauergast zu einer Beerdigung einen Blumenkranz, ein Gebinde oder andere Blumen mit, wenn dies nicht anders gewünscht wird. Die Blumen kann man bei einem Floristen bestellen und im Vorfeld anliefern lassen; das ist für alle Beteiligten von Vorteil. Manchmal erbitten die Hinterbliebenen eine Geldspende für eine gemeinnützige Einrichtung, die dem Verstorbenen viel bedeutet hat. Man sollte solchen Bitten unbedingt nachkommen, natürlich im Rahmen der eigenen finanziellen Möglichkeiten, und den Geldbetrag auf das angegebene Konto überweisen. Die Übergabe von Bargeld in Karten ist nicht unbedingt zu empfehlen, da es ein wenig stillos wirken kann.

Die passende Kleidung

Als typisch und passend auf einer Beerdigung gilt schwarze Kleidung. Mittlerweile ist es aber vollkommen legitim, einfach passende, ja angemessene Kleidung zu tragen. Oft wünschen die Angehörigen ausdrücklich andere Kleidung; diesem Wunsch sollte man nachkommen. Wird dies jedoch nicht ausdrücklich gewünscht, wäre es stillos in bunten, kurzen oder auffälligen Mustern zu erscheinen. Ist die Beerdigung sehr groß oder gesellschaftlich gehoben, darf auch Cut oder ein klassischer schwarzer Anzug getragen werden (auf eine Fliege sollte allerdings verzichtet werden, da der Anlass nicht festlich ist); Frauen können dann auch Kopfbedeckungen, Hüte und Schleier tragen.

Der Leichenschmaus

Nach der Beerdidigung findet traditionell der Leichenschmaus (Beerdigungskaffee, Reuzech) statt, bei dem noch einmal alle geladenen Gäste zusammen kommen und des Toten gedenken. Ursprung dieses Brauchs liegt darin, dass die Familie nicht unmittelbar nach der Bestattung allein gelassen werden sollte. Der Leichenschmaus kann Zuhause bei den Hinterbliebenen oder in einem Restaurant (Lieblingsort der Verstorbenen) stattfinden. Er dauert in der Regel um die zwei Stunden und beinhaltet einen Imbiss (Schnittchen und einfache Kuchen). Man sollte nicht die Gastfreundschaft über Gebühr strapazieren und den Leichenschmaus als letzter verlassen.

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