Was tun im Sterbefall?

Sie finden hier eine Liste von Dingen, die vorgenommen werden müssen, wenn ein Mensch verstorben ist.

1. Arzt benachrichtigen

Tritt der Tod zu Hause ein, ist zunächst ein Arzt zu verständigen (Hausarzt). Dieser nimmt die Leichenschau vor und händigt den Angehörigen die nötigen Bescheinigungen aus. In Krankenhäusern oder Altenheimen wird dies dort veranlasst und dem Bestatter übergeben.

2. Dokumente besorgen

Für die Beurkundung des Sterbefalles durch das Standesamt sind die benötigten Dokumente zu besorgen. Die Beurkundung übernimmt in der Regel der Bestatter.

  • Todesbescheinigung (grüner Totenschein und ein verschlossener roter Umschlag mit dem vertraulichen Teil (NRW)
  • Personalausweis der/des Verstorbenen; wird in der Regel einbehalten. Ansonsten ist eine Meldebescheinigung notwendig.
  • Bei ledigen Personen die Geburtsurkunde oder das Familienstammbuch der Eltern
  • Bei verheirateten Personen das Familienstammbuch oder die Eheurkunde und die Geburtsurkunde
  • Bei verwitweten Personen das Familienstammbuch oder die Eheurkunde mit der Sterbeurkunde der/des verstorbenen Ehegatten und Geburtsurkunde
  • Bei geschiedenen Personen die Eheurkunde und das Scheidungsurteil mit Rechtsvermerk und Geburtsurkunde
  • Ggf. die Freigabe der Staatsanwaltschaft nach Beschlagnahmung des/der Verstorbenen

3. Standesamt benachrichtigen

Mit den Todesbescheinigungen ist der Sterbefall möglichst umgehend entweder durch die Angehörigen selbst oder das beauftragte Bestattungsunternehmen beim Standesamt (Rathaus) anzuzeigen. Tritt der Sterbefall am Wochenende oder einem Feiertag ein, ist das Standesamt am darauf folgenden Werktag zu benachrichtigen. Hier erhalten Sie die nötigen Sterbeurkunden. Ist der Sterbefall in einem Krankenhaus oder Heim eingetreten, wird dies durch die Verwaltung vorbereitet. Den Akt auf der Beurkundung übernimmt der Bestatter nach Absprache mit Ihnen.

4. Bestattungsinstitut benachrichtigen

Für die Überführung zum Friedhof oder zum Krematorium muss ein Bestatter beauftragt werden. Für alle Leistungen, die die Bestattung und Verabschiedung betreffen, können Sie uns beauftragen. Die Leistungen auf dem Friedhof (Graböffnung, Grabschließung und Beisetzung) sind durch die Kommune abgesichert. Die Abrechnung dieser Leistungen erfolgt satzungsgemäß durch die Kommunen bzw. Friedhofsträger.

5. Bestattung vorbereiten

KerzeZunächst ist die Bestattungsform zu klären. Möglich ist eine Erd-, Feuer-, Weld- oder Seebestattung. Bei einer Erd- oder Feuerbestattung ist mit der Friedhofsverwaltung der Gemeinde zu klären, ob die Bestattung in einem vorhandenen Grab oder in einem neu zu erwerbenden Grab erfolgen soll. Bitte beachten Sie hierbei, dass vorrangig in einem bereits bestehenden Familiengrab bestattet wird, weil weitere Gräber für die Familien einen erhöhten Pflegeaufwand bedeuten würden. Urnenbestattungen werden auch in bestehenden Reihen- und Familiengräbern vorgenommen. Jedoch ist es möglich ein neues Urnengrab zu erwerben, wenn nach Ablauf der Ruhefristen das bestehende Grab aufgegeben wurde. Das Friedhofsamt der Gemeinde wird den beauftragten Bestatter informieren, in welcher Grabstelle die/der Verstorbene beigesetzt wird.

6. Bestattungszeitpunkt und –ablauf klären

Der Beerdigungstermin wird von den Angehörigen in Absprache mit dem beauftragten Bestattungsunternehmen und dem zuständigen Pfarramt festgelegt. Mit dem Bestattungsunternehmen wird auch der Ablauf der Bestattung und Trauerfeier geklärt. Falls die Angehörigen es wünschen, gibt der Bestatter auch die Todesanzeige an die Zeitung weiter, veranlasst den Druck von Trauerkarten und Totenbildchen und ggf. den Auftrag für Blumen- und Sargschmuck.

7. Weiterführung des Grabnutzungsrechts regeln

Sollte der Grabnutzungsberechtigte selbst verstorben sein, ist die Friedhofsverwaltung davon in Kenntnis zu setzen, wer das Grabnutzungsrecht weiterführen soll. Gemäß der kommunalen Friedhofssatzung erhält dies in erster Linie der Ehegatte bzw. Lebenspartner, die Kinder, die Eltern, die Geschwister in vorstehender Reihenfolge. Bei der Übernahme des Grabnutzungsrechtes ist zu beachten, dass die genannte Person Ansprechpartner für die Friedhofsverwaltung in Bezug auf alle zu übernehmenden Rechte und Pflichten ist, d. h. die Übernahme sollte in Absprache mit den Angehörigen gut überlegt sein. Der/Die Nutzungsberechtigte entscheidet nach der Ruhezeit von in der Regel 20 Jahren über den Fortbestand der Grabstätte.

8. Benachrichtigung weiterer Stellen vom Sterbefall

Bitte denken Sie daran, den Sterbefall dem Arbeitgeber, der Krankenkasse, der Bank, der Lebensversicherung, evtl. Unfallversicherung und Sterbeversicherung zu melden (für die Krankenkasse und Rentenversicherung mittels einer gebührenfreien Sterbeurkunde, welche Sie vom Standesamt erhalten). Denken Sie auch an die Benachrichtigung weiterer Versicherungen und Stellen, mit denen die/der Verstorbene in Kontakt stand (hier kann die Durchsicht von Kontoauszügen Klarheit bringen). Diese Aufgabe der Ab- und Ummeldung übernehmen wir als Bestatter gerne für Sie.

9. Benachrichtigung des Rentenversicherungsträgers

Der Tod eines Rentners ist in jedem Fall dem Rentenversicherungsträger mitzuteilen. Hierzu erhalten Sie bei der Gemeindeverwaltung, dem Rentenamt oder Bestatter einen entsprechenden Vordruck. Witwen, Witwer, Halb- oder Vollwaisen sollten nach der Beerdigung einen Termin beim Rentenamt für die Rentenantragstellung vereinbaren. Hier ist an die Vorschusszahlung (sog. Sterbevierteljahr) für Witwen oder Witwer zu denken. Diese erste Beantragung bieten wir als Bestatter den Hinterbliebenen an. Nach Beantragung der Vorschusszahlung für Witwen oder Witwer ist in jedem Falle ein Hinterbliebenenrentenantrag zu stellen. Das Rentenamt informiert Sie darüber, welche Unterlagen Sie zur Antragstellung mitbringen müssen. Hierzu wird Ihnen bei der Beratung ein Informationsblatt überreicht.

10. Nachlass regeln

Sollte die/der Verstorbene zu Hause ein Testament aufbewahrt haben, ist dies dem Nachlassgericht zu überbringen. Ist kein anerkanntes Testament vorhanden, gelten die gesetzlichen Regelungen der Erbfolge. Erbberechtigt sind die nächsten Angehörigen, insbesondere der/die Ehepartner/in, der/die Lebenspartner/in, Kinder, Adoptivkinder, Eltern, Geschwister der/des Verstorbenen. Mit der Vorlage einer Sterbeurkunde kann beim zuständigen Nachlassgericht ein Erbschein beantragt werden. Der Erbschein ermöglicht den Zugriff auf Konten und Versicherungen des Verstorbenen. Detailierte und rechtsverbindliche Aussagen erteilt das Nachlassgericht und/oder ein Notar. Hierzu wird Ihnen ebenfalls ein Informationsblatt bei der Beratung überreicht.

Informationen Nachlassgericht Köln finden Sie hier.